Sylvie Schenk
wurde 1944 in Chambéry, Frankreich, geboren, und ist in Gap, Hautes-Alpes, groß geworden. Studium in Lyon (Latein, Griechisch, Französisch). Sie lebt seit 1966 in Deutschland, war zuerst Lehrerin an verschiedenen Schulformen, dann ab 1976 freischaffende Autorin für Schulfunk und Schulbuchverlage.
Sie veröffentlichte drei Gedichtbände auf Französisch, und seit 1992 schreibt sie Romane und Kurzgeschichten auf Deutsch.
Bisherige Auszeichnungen:
1998 Hasenclever-Förderpreis der Stadt Aachen
1999 Würth Literaturpreis
2002 zweiter Preis beim Irseer Pegasus.
Bis 2000 war sie Rezitatorin in der Gruppe Poésique, heute veranstaltet sie weiterhin Lesungen zusammen mit Musikern, vor allem mit Heribert Leuchter. Seit 2002 wirkt sie ehrenamtlich als Initiatorin und Organisatorin des Euregio-Schüler-Literaturpreises.
Aus Ihren Werken:
Hin und Her (1995)
Von diesem Herauswollen erzählt ihr wunderbarer Debüt-Roman als Geschichte einer doppelten Zerrissenheit: Zehn Kilometer fährt eine Frau jeden Tag mit dem Fahrrad zu ihrem Geliebten und am nächsten Morgen wieder zehn Kilometer zurück, um ihrem Sohn eine Mutter zu sein und ein Stück Familienleben zu erhalten. Das macht die kleine Französin Juliette jahrelang, und das tägliche „Hin und Her“ zwischen dem duldsamen Ehemann – „ungebrochen und stengelsteif“ - und dem faszinierenden Geliebten, der ständig andere Frauen hat, reibt sie auf. Doch diese Liebe führt nicht zum erhofften selbstbestimmten Leben, und Juliette bleibt fremd in dem Land, in dem der Geliebte französisch charmant ist und der Mann die deutsche Zuverlässigkeit hat.
Heute ist auch noch ein Tag (2004)
Eine Straße, mitten in Deutschland: Würde kurz nach halb acht nicht eine Katze erschrecken, eskalierte am Ende eines langen Tages nicht ein Konzert in eine Schlägerei. Zauberhaft hängt in diesem Gesellschaftsroman voller Lebenslust und funkelndem Witz alles mit allem zusammen als ein sinnliches Panoptikum der Gegenwart. Die Bewohner der Severinstraße gehen einem so nahe, dass man meint, sie persönlich zu kennen.
Die Tochter des Buchhändlers (2008)
Das Buch ist eine amüsante Parabel auf den Literaturbetrieb und eine konzentrierte Hommage an den 1999 verstorbenen Aachener Buchhändler Peter Klein, dessen Veranstaltungen Sylvie Schenk zum Schreiben auf Deutsch anregten.
Der Parksünder (2009)
Rémi ist ein junger, erfolgreicher Ministerialbeamter. Seine strenge politische Linie, sein ganzes Leben gerät ins Wanken, als er sich, mitten in einem Aufstand der Straße, mit einer schweren Grippe ins Bett legen muss und einen Anruf seiner Schwester Mireille erhält: Cornélie, seine Mutter, ist gestorben. Krank und erschöpft macht er sich auf den Weg zu ihrem Begräbnis in das kleine französische Bergdorf, das sich die Eltern für ihr Aussteiger-Dasein ausgesucht hatten.
Der Gesang der Haut (2011)
Ein junges Paar am möglichen Anfang einer Liebe, ein desillusioniertes am Ende einer Ehe. So lautet die Versuchsanordnung von Sylvie Schenks jüngstem Roman. Kommentiert wird die tragische Geschichte der beiden ungleichen Paare von einer jungen Frau, die sich schließlich zu einem der Protagonisten hingezogen fühlt. Sylvie Schenk nutzt das größte menschliche Sinnesorgan, die Haut, als literarische Metapher. Sie erzählt von den Missverständnissen, irreparablen Verletzungen und Brüchen in den Lebens- und Beziehungskonzepten ihrer bürgerlichen Hauptfiguren
Erzählungen und Lyrik
Sylvie Schenk (…) hat erst mit 22 Jahren Deutsch gelernt. Offenbar führt das zu einem sparsamen, disziplinierten Umgang mit der neuen Sprache (man kennt das von Becketts Französisch), und dessen Resultat ist Schönheit (Jochen Schimmang)
(Quelle: www.Sylvie-Schenk.com) |